„In Rixdorf verwandelt sich die Stadt in ein Dorf“ (DIE ZEIT, 27.10.2011), trotzdem gibt es hier sowas wie Kriminalität. In der Nacht wurden bei zwei auf dem Richardplatz parkenden Fahrzeugen der Autovermietung Ryll die Reifen zerstochen oder die Luft abgelassen oder ähnliches. Die Polizei war vor Ort und begutachtete den Schaden. Der „Polizeiticker“ meldet bisher nix.
(…) Wo immer Kolonialisten hinkamen, waren schon lästige Eingeborene da und trommelten, berlinerten oder spuckten. In diesem Fall mitten in der Stadt. Wo er herkommt, kennt man das gar nicht. Da gehört die wertvolle Bausubstanz in der Innenstadt spätestens seit dem Krieg der wertvollen Menschensubstanz, während der Plebs in Trabantenstädten haust. Deshalb hat er gedacht, in Berlin sei das genauso. Ist es ja auch zunehmend, aber eben noch längst nicht ganz. (…)
Aus: Uli Hannemann Neukölln, mon amour: Anekdoten vom Boden der Tatsachen, Ullstein 2011
Die Bäckerlage um den Richardplatz, zumindest wenn man Backshops und Ketten meiden will, ist entwicklungsfähig. Das traditionelle Bäckerhandwerk ist hier wohl untergegangen, nur in den Randzonen gibt es es noch vereinzelt. Vielleicht der Bäcker-Innung einen Hinweis geben?
Am Rixdorfer Richardplatz ist nicht nur Musike, sondern auch die Welt noch in Ordnung: Morgens spielen die Glocken der Dorfkirche ihr freundliches Lied, schnatternde Zugvögel wurden beobachtet, hin und wieder streifen vereinzelt geschichtsinteressierte Touristen über den Dorfplatz. Böhmen, Deutsche und viele andere Völker leben friedlich zusammen.